Aktion Baumkreuz

Seit November 1990 pflanzen viele Akteure von beiden Seiten des Grünen Bandes jedes Jahr Bäume zur Erinnerung an und als Hilfe zur Auseinandersetzung mit der deutsche Geschichte

Genau dort, wo die B7 auf den Grenzstreifen trifft – 20 km westlich von Eisenach, unweit der Gemeinde Ifta - befindet sich das Baumkreuz : Zwei im November 1990 gepflanzte, sich kreuzende Alleen. Entlang des Grenzzaunes, der dort noch steht, wachsen aus dem einstigen Todesstreifen Eschen, die Straße wird von Linden gesäumt.

Das Baumkreuz wollen die Initiatoren als eine Skulptur auf der Grenze verstanden wissen. Anders gesagt: Die Bäume wurzeln in der Grenzsituation ungeklärter Fragen zwischen West und Ost. Gleichzeitig ist mit dem Baumkreuz durchkreuzt, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Die Bäume wachsen. Damit ist die Skulptur Baumkreuz Symbol für den Willen, Grenzen zu überschreiten. Das gilt vor allem für die Grenzen des Denkens.

Das Baumkreuz ist Teil eines größeren Projektes, einer Allee zwischen Kassel und Eisenach. Es wird jährlich fortgepflanzt. Mehr als 1.000 Bäume sind seit 1990 in die Erde gesetzt worden, immer organisiert vom „Unternehmen Wirtschaft und Kunst - erweitert, gGmbH“, initiiert von Schülern Joseph Beuys‘. Zu der Baumkreuz -Gemeinde, die jedes Jahr im November pflanzt, gehören Bürgerinnen und Bürger aus den benachbarten Orten und aus Eisenach, Mitglieder des BUND, Künstlerinnen und Künstler, Kirchenleute, Wirtschaftsunternehmen – viele kommen von weit her. Diese „Pflanz-Treffen“ gehören ebenso zu dem Kunstwerk wie die Bäume. 

Von der B7 nach Süden  wie nach Norden kann man zwei sehr typische Abschnitte des Grünen Bandes erlaufen bzw. erradeln: In südlicher Richtung folgt man dem Kolonnenweg entlang verbuschtem Grasland bis Pferdsdorf kurz vor der Autobahn, dort schließt das NSG Kielforst an. In nördlicher Richtung kann man entlang einer Wiese mitten im Wald zum Dreiherrenstein laufen, von dem aus man eine wunderbare Aussicht über die Werra bei Treffurt hat.